Nerds im Nebel

November 12th, 2011

Bevor uns das typische Bremer Schietwetter jede Beobachtungsmöglichkeit vernebelt, nutzen wir am Samstag den nur leichten Nebel um noch einen Blick auf den fast noch vollen Mond zu werfen. Gegen 19 Uhr ging es wieder an unsere frisch entdeckte Feldwegkreuzung in Lehnstedt, ca. 30 km nördlich von Bremen (genauer: 53° 18' 17" N / 8° 39' 9" O), wo die Lichtverschmutzung der Stadt schon hinter dem Horizont verschwindet.

Hier war es diesmal noch dunstiger als zu hause, doch für den Mond reichte es.

Und ja, ich kann endlich fotografieren!!! Mit der Kamera direkt ans Teleskop geschraubt ohne weitere Linsen dazwischen (Fachausdruck: "fokale Projektion") und dann per Live View über das Notebook. Damit klappt das Fokussieren deutlich besser als durch den winzigen Sucher. So kann man dann Bilder machen, die trotz schlechter Sichtverhältnisse anständig viele Details sichtbar machen:

Nach dem Mond war noch einmal kurz Jupiter dran, dessen Ablichtung beim letzten Versuch eher erfolglos war. Hier machte sich dann aber der Nebel doch unangenehm bemerkbar, ohne Nachbearbeitung war kaum etwas zu erkennen. Mit Bearbeitung sieht das dann so aus:

V.l.n.r. : Ganymed, Io, Jupiter, Europa, Kalisto

Grüße von der Küste

Oktober 3rd, 2011

Bei Tag:

Und bei Nacht:

Mizar, der bessere Polarstern

September 27th, 2011

Am Sonntag nutzten wir das schöne Wetter für einen etwas ausgiebigen Beobachtungsausflug. Da es in der Stadt deutlich zu hell ist, haben wir uns eine dunkle Ecke in Rautendorf gesucht – auf dem elterlichen Hof hinterm Schuppen, wo die Straßenlaterne nicht mehr hinscheint. Hier nun wollten wir nochmal ausprobieren, wie das denn mit dem Ausrichten fürs GoTo funktioniert – also dem Teleskop mitteilen wo und wie es steht, damit wir automatisch ein Objekt ansteuern können. Diesmal hat meine GPS-App auch irgendwann die Koordinaten ausgespuckt: Rautendorf liegt übrigens 53° 8' 13'' N / 9° 1' 57'' O – falls sich das jemand schon immer gefragt hat.

Das war also kein Problem. Mit Koordinaten und Uhrzeit sollte es doch nun möglich sein, mit dem One Star Align das Ding auszurichten. Dabei muss man nur einen bekannten Stern anpeilen, zusammen mit den anderen beiden Angaben genügt das für die Berechung der exakten Position. Laut Handbuch eignet sich der Polarsten – Polaris – am besten dafür, weil man den so leicht findet und den fast jeder kennt. Also Fernrohr auf Polaris geschwenkt. Oder auch nicht. Das, was man durch das Okular sieht und das, was man beim Blick nach oben sieht, haben leider kaum etwas miteinander zu tun.
An dem langsam etwas diesig werdenden Himmel gab es an der Stelle nichts außer dem Polarstern. Durch das Teleskop betrachtet schon, da tummelten sich noch eine ganze Reihe anderer Sterne in der Gegend. Wir entscheiden und also für den gefühlt hellsten davon. Erledigt, jetzt kanns los gehen.

Doch der Versuch, Caph im Sternbild Cassiopeia ins Bild zu kriegen, schlägt fehl. Nanu? War das doch nicht der Polarstern? Sieht ganz so aus. One Star Align scheint nicht das richtige für uns zu sein. Doch das Sky Align – bei dem man angeblich  nur drei beliebige helle Sterne anpeilen muss, ohne zu wissen, welche das sind, endet jedesmal mit Fehlermeldung. Was ärgerlich ist, denn bis man drei Sterne genau mittig im Bild hat, vergehen so einige Minuten.

Sternbild Großer WagenDer letzte Versuch – nach nun schon deutlich mehr als einer Stunde – bringt dann den Durchbruch! Der doofe Polarstern kann mich, dacht ich mir: Wenn ich am Himmel was finde, dann den Großen Wagen und vor allem den Doppelstern Mizar, den zweiten aus der Deichsel. Der wird ja wohl zu finden sein. Nach einigem Hin und Her und Sucherei entscheiden wir und für einen hellen Stern mit einem kleineren oben drüber. Das muss Mizar sein, der kleine ist bestimmt sein Kumpel Alcor! Und jawoll: jetzt passt die Ausrichtung!

Ok, danach war es dann auch so spät, dass wir schon wieder einpacken konnten – vor allem weil es auch immer nebeliger wurde. Aber nicht ohne nochmal das 9mm Okular zur Hand zu nehmen und zu schauen, ob wir Mizar in mehrere Lichtpunkte aufgelöst kriegen. Und tatsächlich, direkt neben dem großen hellen Mizar A war der kleine Mizar B zu sehen.

Da das mit dem Fotografieren noch nicht funktioniert, hier ein angepasstes Bild aus der Wikipedia. Nächste Woche gehts dann mit dem ganzen Eqiupment nach Juist (in der Packstation warten noch zwei Kartons…. ), da kriegen wir dann hoffentlich auch das noch hin!

First Light

September 14th, 2011

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, erst am Freitag unser neu erworbenes Teleskop auszuprobieren. Den wolkenlosen Himmel am Dienstag Abend konnten wir uns dann aber doch nicht entgehen lassen. Also flugs alles ins Auto geladen und raus zum Kuhgrabensee – zumindest auf Google Maps sah das nach einem Ort aus, an dem man ganz gut nach Osten schauen kann. Dumm: Auf Google Maps konnte man nicht erkennen, dass da recht helle Straßenlaternen stehen. Naja, zur Mondbeobachtung sollte das reichen, der ist ja selbst hell genug.

Unser Teleskop

Als Einstieg ist die Beobachtung haben wir uns ein kleines Einsteiger-Modell besorgt, das nicht allzu teuer ist. Und natürlich wollten wir ein computergesteuertes, dass man auch per Notebook mit Stellarium ansteuern kann. Also haben wir uns für das Celestron Nexstar 102 SLT entschieden, ein Refraktor mit 102 mm Öffnung und 660 mm Brennweite (keine Ahnung, was man noch so an technischen Daten angibt…) und natürlich GoTo-Funktion. Damit kann man das Teleskop wahlweise per Handsteuerung oder wie erwähnt per Software  automatisch auf ein bestimmtes Objekt ausrichten. Das erspart – theoretisch – die Sucherei.

Damit das funktioniert, braucht das Gerät natürlich Strom, und hier stießen wir auf das erste Problem. Nachdem die 8 Batterien in die Halterung eingeklemmt waren, passte der Deckel nicht mehr ganz drauf. Die Designer haben den Platz im Gehäuse offenbar anhand der leeren Halterungen bemessen, es fehlten so ca. 2 mm, damit der Deckel wieder sicher einrastet. So ploppt er bei jeder Berührung wieder ab. Klar, für solche Fälle gibt’s Panzertape, aber schön ist das nicht.

Wo sind wir?

Am Beobachtungsort ging dann aber alles gut los. Das Ausrichten am Polarstern (damit das Ding weiß, wie rum es steht) klappte gut. Um der GoTo-Steuerung mitzuteilen, wo es steht, gibt man zum Start seine Koordinaten ein. Wenn der GPS-Empfänger im Handy sie denn ausspuckt. Tat er nicht. Also mussten wir uns mit der etwas vagen Standortbeschreibung “Bremen” behelfen, woraufhin GoTo dachte, wir stehen auf dem Marktplatz. Diese kleine Abweichung reicht offensichtlich, um das Ausrichten überflüssig zu machen, denn der Versuch, den Mond anzupeilen, ging ins Leere. Ihr glaubt nicht, wie schwierig es ist, durch ein Teleskop den Mond zu finden.

Nach ner Weile haben wir das dann aber auch endlich hinbekommen und waren völlig begeistert. Mit dem 9mm-Okular füllt der Mond das komplette Sichtfeld aus und man konnte jede Menge Details erkennen. Am unteren Rand der Scheibe, also am Nordpol (das Bild steht auf dem Kopf) konnte man sehr gut Berge und Krater erkennen, wie die im einzelnen heißen kriege ich jetzt aber nicht mehr zusammen. Ein großartiges Bild!

Bevor die Wolken dann doch wieder Überhand gewannen, bekamen wir kurz noch Jupiter zu Gesicht und konnten tatsächlich Strukturen in der Atmoshäre und die vier galileischen Monde erkennen.

Für unseren ersten Versuch fand ich uns trotz einiger Startschwierigkeiten sehr erfolgreich. Als nächstes müssen wir dringend ausprobieren, ob und wie das mit dem Fotografieren klappt, dann kann ich den nächsten Artikel auch mit Bildern garnieren :-)

Aus der Welt der Geeks: Wir tanzen Sortieralgorithmen

April 16th, 2011

Geeks würden wohl nur selten auf die Idee kommen, ihren Namen zu tanzen. Tänzerisch technische Sortiervorgänge zu erklären liegt da schon näher.

Natur in schwarz/weiß

März 13th, 2011

Fotoexperimente im Oslebshauser Park

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Nachrichtenvorhersage 2011

Januar 24th, 2011

Februar: Die Lebensmittelpreise explodieren weltweit, in vielen Ländern bricht Hungersnot aus. Die EU-Finanzminister beraten auf einem Krisengipfel über das Verbot von Spekulationsgeschäften bei Lebensmitteln und vereinbaren in großer Geschlossenheit, bis 2012 ernsthaft darüber nachzudenken. Außerdem soll das Thema auf dem G20-Gipfel im November weiter diskutiert werden. Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt vor blindem Aktionismus.

Die Landtagswahl in Hamburg bringt eine klare Mehrheit für rot-grün. Die CDU fährt mit 24,9 % das schlechteste Ergebnis ihrer Hamburger Geschichte ein. Die FDP ist weiterhin nicht in der Bürgerschaft vertreten.

März: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg kommt die CDU mit 42,3 % glimpflich davon, die FDP hingegen verfehlt mit 4,7 % den Wiedereinzug ins Parlament. Die Linke hat sich von den Kommunismus-Exkursionen ihrer Vorsitzenden noch nicht erholt und verpasst mit 3,8 % der Stimmen ebenfalls die 5%-Hürde. Damit stellen die Grünen mit 27,6 % und SPD mit 18,7% die Mehrheit, Winfried Kretschmann wird erster grüner Ministerpräsident. Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz beendet durch den Wiedereinzug der Grünen die Alleinregierung der SPD, auch hier schrammt die FDP mit 4,9 % knapp an der 5%-Hürde vorbei. In Sachsen-Anhalt ändert die Wahl nicht viel an den Mehrheitsverhältnissen, die große Koalition bleibt bestehen. Innenminister de Maizière hatte im Vorfeld der Wahlen vor Terroranschlägen gewarnt.

April: Die Proteste in Nordafrika dehnen sich auf Marokko und Algerien aus. Die Proteste richten sich gegen die Arbeitslosigkeit und die massiv gestiegenen Lebensmittelpreise, es werden auch Drohungen gegen EU-Staaten und die USA ausgesprochen. Der Bundesinnenminister bekräftigt seine Warnungen vor Terroranschlägen auch in Deutschland. Auf allen Flughäfen und öffentlichen Plätzen werden wieder Panzerfahrzeuge eingesetzt.

Die neue Vorlage für die Vorratsdatenspeicherung wird in erstaunlicher Geschwindigkeit in den Bundestag eingebracht und beschlossen.

Das beherrschende Thema in den Medien ist die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton.

Mai: Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen wird die rot-grüne Koalition deutlich im Amt bestätigt. Auch hier scheitert die FDP an der 5%-Hürde, kann aber über Bremerhaven einen Abgeordneten in die Bürgerschaft entsenden. Die CDU verliert massiv Stimmen an mehrere Wählervereinigungen aus dem bürgerlichen Lager und kommen nur noch auf 19,7 % der Stimmen.

Auf dem Eurovision Song Contest in Düsseldorf kommt es zum Eklat als Stefan Raab, dessen Schützling Lena einen beachtlichen 3. Platz erreichen konnte, vor laufenden Kameras von Ralph Siegel tätlich angegriffen wird. Siegels Titel hatte in dem Wettbewerb den letzten Platz belegt.

Juni: Die Deutsche Bahn hat wegen des heißen Sommers mit vermehrten Zugausfällen durch Überhitzung der Elektronik zu kämpfen. Verkehrminister Ramsauer startet eine bundesweite Kampagne zur Erhaltung der Deutschen Sprache. Zu den Vorfällen bei der Bahn kann er sich aus Termingründen nicht äußern. Thomas de Maíziére kann nicht ausschließen, dass es sich bei den Problemen um Attentate handelt. Vorsichtshalber werden in ausgewählten Zügen bewaffnete Spezialkräfte eingesetzt.

Am 21. und 22. Juni findet die Frühjahrs-Konferenz der Innenminister in Hessen statt.

Juli: Eine neue Rinderseuche verunsichert die Verbraucher. Große Mengen Fleisch- und Milchprodukte müssen vernichtet werden, viele Höfe stehen unter Quarantäne.

Kurz vor der Sommerpause wird die Reform der Hartz-IV-Regelsätze im Bundesrat beschlossen, die von der Opposition im Vermittlungsausschuss ausgehandelten Änderungen sind minimal.

August: Thomas de Maíziére warnt vor Terroranschlägen anlässlich des 10. Jahrestages des Attentats auf das New Yorker World Trade Center. Dieses Mal seien die Anzeichen wirklich überaus ernstzunehmend. Die zusätzlichen Einsatzkräfte in den Zügen und an den Flughäfen können daher noch nicht abgezogen werden. Polizeigewerkschafter warnen, dass die Beamten kaum noch ihre normalen Aufgaben wahrnehmen können.

Die Universitäten melden, dass sie für das anstehende Wintersemester bis zu 30 % der Studierwilligen abweisen müssen, da sie dem überraschenden Ansturm durch die Aussetzung der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge durch die Einführung des Turbo-Abiturs nicht gewachsen sind.

September: In Mecklenburg-Vorpommern schaffen die Grünen den Einzug in den Landtag und ermöglichen damit eine rot-grüne Koalition. Die FDP feiert ihren Wiedereinzug mit 6,8 % als große Wende, auf der Wahlkampfveranstaltung spricht Guido Westerwelle vom Ende der linken Politik. Überraschend sinken die Umfragewerte wieder auf unter 5%. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus stürzt die FDP auf 2,6 % der Stimmen ab. Die grüne Kandidatin Renate Künast verliert knapp gegen SPD-Frontmann Klaus Wowereit. Mit deutlich über 50% stellt rot-grün fortan eine stabile Mehrheit.

Papst Benedikt besucht Deutschland. Seine Äußerungen zum Islam lösen eine breite öffentliche Debatte aus.

Oktober: Durch die überfüllten Universitäten sind viele Schulabgänger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote steigt sprunghaft an.

November: Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnt vor Terroranschlägen. Angesichts der Bedrohungslage meldet der Einzelhandel Sorge um das Weihnachtsgeschäft.

Auf dem G20-Gipfel wird über ein Verbot von Lebensmittel-Spekulationen beraten. Die Regierungschefs verständigen sich auf eine genaue Prüfung, auf dem nächsten Gipfel im November 2012 soll ein Zwischenbericht vorgelegt werden. Bei Demonstrationen im Umfeld des Gipfels kommt es zu Ausschreitungen, mehrere Demonstranten und Polizisten werden schwer verletzt.

Dezember: Am 8. und 9. Dezember findet die Herbstkonferenz der Innenminister statt. Um zukünftig Szenen wie beim letzten G20-Gipfel zu vermeiden, wird der Einsatz der Bundeswehr im Inneren gefordert.

Der Einzelhandel äußert sich zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft 2011.

Weitere Meldungen aus 2011 sind in den Kommentaren herzlich willkommen

Blogsplit

Januar 10th, 2011

Liebe Gemeinde,

schon länger hat mich an diesem Blog irgendwas gestört. Ursprünglich war dies ja mal ein ganz privater Blog mit meinem alltäglichen Kram, alles was halt irgendwie brainweich ist oder macht. Dazu kam dann der politische Kram, der ja auch größtenteils brainweich ist, die Grenze verläuft da sehr fließend. Das politische hat das privat-brainweiche verdrängt, das fand ich zuletzt nicht mehr gut. Deshalb teile ich das jetzt auf. Der Privatkram bleibt hier, die Politik findet ab sofort auf http://plenarphonetik.de statt. Ich darf euch also freundlich bitten, eure Bookmarks und Feedreader zu aktualisieren ;-)

Danke für eure Aufmerksamkeit.

IfP Folge 2

Dezember 18th, 2010

Etwas später dieses Mal, aber noch rechtzeitig zum Fest: Die neue Folge vom Institut für Plenarphonetik.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(33:10 min)

Das IfP gibt es jetzt auch unter plenarphonetik.de! Flattrn geht aber im Moment nur hier ;-)

Die Themen dieses Mal:

– Lehrerausbildung
– Vorratsdatenspeicherung
– Haushalt 2011
– Jugendgewalt
– JugendKunstStiftung

JMStV scheitert an NRW

Dezember 15th, 2010

Wie DPA meldet, wird der Landtag in NRW morgen wohl die Ratifizierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages einstimmig ablehnen.

Im nordrhein-westfälischen Landtag wollen neben CDU, FDP und Linken jetzt auch die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen dem Jugendmedienschutzstaatsvertrag nicht mehr zustimmen.

Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet, soweit ich weiß, ist bisher noch nie ein fertig ausgehandelter Staatsvertrag in einem Länderparlament durchgefallen. Zwar sieht es so aus, als würden CDU und FDP nur ablehnen, um der rot-grünen Minderheitsregierungen ein Ei zu legen, dennoch haben schon vorher alle Parteien Zweifel am JMStV geäußert.  Somit muss ich meinen Rant von neulich revidieren: Die Aufregung – auch wenn sie an Stellen übertrieben war – hat tatsächlich etwas gebracht und, so scheint es, die Abgeordneten zum Einlenken gebracht. Gratulation an alle Hartnäckigen!

Wie gehts jetzt weiter? Mit der Ablehnung in NRW sind die anderen Beschlüsse der anderen Länder hinfällig und es wird ein neuer Vertrag ausgehandelt. Die Entrüstung im Netz hat gezeigt: Mit dem herkömmlichen Verfahren können wir nicht weitermachen. Ein bindender Vertrag, der auf solch intransparente Weise zustande kommt, genießt keine Legitimität mehr. Das heißt für alle Beteiligten: Raus aus dem Hinterzimmer, die neue Debatte muss öffentlich sein! Das muss nun auch Kurt Beck nun endlich mal einsehen.