Frösche im heißen Wasser

Juli 25th, 2009

Der Kaffee hat nicht geholfen. Müde vom nächtlichen Kofferpacken erreiche ich den Marktplatz. Nur so wenige? Nicht einmal 500, optimistisch geschätzt. Zwanzig, vielleicht 25 halten abgegriffene Transparente und Schilder hoch. „Freiheit statt Angst!“ – „Stasi 2.0“, die gleichen Parolen seit 15 Jahren. Nur wenig Aktuelles: „Präventionsdatei löschen – sofort!“  – „Entwaffnet die Stewardessen!“ Am Rande, als hätte er sich heimlich dazu gestellt, darauf hoffend nicht entdeckt zu werden, hält ein schüchtern wirkender Mann um die vierzig eine orangefarbene Flagge in den eisigen Wind.
Ein Polizist baut sich vor mir auf. Sein Gesicht kommt mir bekannt vor. „Ausweis!“ Ich reiche ihm die Chipcard. Als das Display des Lesegeräts meinen Namen preisgibt, erinnert er sich.
„Sie haben hier Rederecht?“ fragt er überrascht.
„Ja, meine Rede wurde genehmigt. Wohl weil es meine letzte ist.“
[....]
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Der Versuch, meine Gedankengänge zum Überwachungsstaat in einer Kurzgeschichte auf den Punkt zu bringen. Wer sich über den Titel wundert, möge ihn einfach mal googlen ;-)

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9 Responses to “Frösche im heißen Wasser”

  1. Phil sagt:

    Nicht schlecht… Respekt! =)

  2. Stef sagt:

    Klasse Geschichte – hoffen wir, daß die Frösche rechtzeitig aus dem Wasser springen!

  3. ph sagt:

    Ein wenig 1984, gewürzt mit V und einem Spritzer Fahrenheit 451.

    Ich liebe düstere Zukunftsvisionen und diese kleine Geschichte hat mich daran erinnert, dass ich selbst auch mal wieder die Feder in die Hand nehmen wollte.

    Danke für die Novelle, die hoffentlich auch eine bleibt und nicht zur Realität verkommt.

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